Sind Ihre Transformatoren PCB-belastet? Halten Sie die vorgeschriebenen Werte ein? Haben Sie einen Nachweis?

PCB in Transformatoren verboten

Polychlorierte Biphenyle – oft kurz nur als PCB bekannt – verfügen über eine gute Wärmeleitfähigkeit, hohe Dielektrizitätskonstante, Alterungsbeständigkeit und sind schwer entflammbar. Sie wurden deshalb lange Zeit in Transformatoren und Kondensatoren, als Weichmacher in Kunststoffen oder auch als Zusätze in Farben und Lacken eingesetzt. Für die Verwendung als Kühl- und Isolierflüssigkeit in Transformatoren wurden PCB mit Chlorbenzolen gemischt (auch als „Askarele“ bezeichnet).

Doch PCB sind schwer abbaubar, reichern sich in der Nahrungskette an und können zu erheblichen Gesundheits- und Umweltschäden führen. Sie dürfen deshalb in Deutschland seit den 80er Jahren nicht mehr hergestellt oder in Verkehr gebracht werden. Ab 2001 ist der PCB-Einsatz weltweit verboten (Stockholmer Abkommen).

PCB-Analyse entscheidet, ob Weiterbetrieb oder Entsorgung

Jedoch dürfen ältere Transformatoren mit geringen PCB-Mengen noch betrieben werden. Die Grenzwerte dafür gibt man in Millionstel (ppm, also Parts per million) oder auch in mg/kg an. Folgende Grenzwerte gelten:

  • Liegt der PCB-Gehalt im Öl unter 20 ppm (20 mg/kg), gilt der Transformator als PCB-frei.
  • Liegt der PCB-Gehalt im Öl über 50 ppm (50 mg/kg), darf der Transformator nicht mehr verwendet werden.
  • Liegt der PCB-Gehalt im Öl zwischen 20 ppm und 50 ppm (20 mg/kg und 50 mg/kg), darf der Transformator weiterbetrieben werden.

Transformator nur mit Nachweis weiterbetreiben

Wer einen Transformator betreibt, muss desen PCB-Gehalt kennen und entsprechende Nachweise für die PCB-Freiheit oder einen Wert unter 50 ppm haben. Außerdem muss ein deutlich lesbarer Aufkleber der Feuerwehr schnell das Vorhandensein von PCB anzeigen, damit sie im Brandfall die richtigen Maßnahmen ergreifen kann.

Der Betrieb eines Transformators ohne Beachtung dieser Werte oder rechtlichen Vorgaben ist eine Straftat! Das wird mit einer Geldstrafe oder auch Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren bestraft. Auch das fahrlässige Handeln ist ausdrücklich unter Strafe gestellt (§ 27 Chemikaliengesetz). Unwissenheit schützt also nicht.

SZM hilft bei Weiterbetrieb oder Entsorgung

Wenn Sie einen älteren Transformator / eine ältere Trafostation betreiben und Ihnen der Nachweis fehlt oder Sie sich nicht über den PCB-Gehalt des Transformators im Klaren sind, können wir von SZM per Isolierölprobe an Ausdehner- oder Hermetiktransformatoren den aktuellen PCB-Wert ermitteln. Die Probe lassen wir in einem externen, zertifizierten Labor analysieren (Bestimmung erfolgt nach der DIN EN 12766-1:2000-11). So helfen wir Ihnen, sich gesetzeskonform zu verhalten und den Transformator vorerst weiterbetreiben zu dürfen.

Liegt der Wert über 50 ppm, müssen Sie den Betrieb des Transformators einstellen und den Transformator über einen Fachbetrieb entsorgen lassen. Wir helfen Ihnen mit Abbau und fachgerechter Entsorgung und besorgen auch gern einen neuen Transformator für Sie (Link: Lieferung und Montage neuer oder gebrauchter Transformatoren).


Wenn Sie sich hinsichtlich des PCB-Gehalts Ihrer Transformatoren nicht sicher sind oder dringend eine Ölprobe für einen Nachweis benötigen, rufen Sie uns an. Auch übrigens dann, wenn Ihr alter Trafo entsorgt und ein neuer/gebrauchter Transformator benötigt wird.

⇒ Dipl.-Ing. Frank Banduch, Leiter Transformatoren-Service                                    
Mobiltelefon: +49 172 4374304 | E-Mail: frank.banduch(at)szm-gmbh.de      
Jens Redenz, Projektleiter Transformatoren-Service
Mobiltelefon: +49 172 4374305 | E-Mail: jens.redenz(at)szm-gmbh.de